Was ist Lärm?
 
Kurz und knapp gesagt: Lärm sind unerwünschte, laute, unangenehme oder unerwartete Geräusche.
 
Diese Geräusche, die als störend oder belästigend empfunden werden oder gar gesundheitliche Ausmaße erreichen, werden als Lärm bezeichnet.
 
 
 
Die Hauptquellen des Schienenlärms sind:
 
Das Rollgeräusch. Dieses entsteht an der Berührungsstelle bzw. Schnittstelle von Rad und Schiene. Infolge von Riffeln und Unebenheiten entstehen Schwingungen, die sich als Schallwellen übertragen.
 
Das aerodynamische Geräusch. Es entsteht z.B. durch Luftverwirbelungen eines vorbeifahrenden Zuges.
 
 
Ermittlung der Emissionspegel
 
Maßgeblich für die Geräuschemissionen einer Schienenstrecke sind in erster Linie die häufigkeit vorbeifahrender Züge. Hier wird zwischen verschiedenen Zugarten wie ICE, IC, RE und Güterzug unterschieden. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind z.B. die Bremsbauart (Klotzbremse oder Scheibenbremse), die Zuglänge sowie die Geschwindigkeit.
 
Hieraus erbeben sich unterschiedliche Beiträge zur Gesamtemission, die im Emissionspegel zusammengefasst werden. Nicht zu vergessen sind z.B. die Fahrbahnart, der Unterbau der Schienen, Zustand der Schienenfläche und der Kurvenradius. In Bezug auf den Schienenlärm wird die Emission durch den Emissionspegel beschrieben.. Dieser ist der Mittelungspegel in 25m Entfernung von der Gleisachse und einer Höhe von 3,5 m über der Schienenoberkante des betrachteten Gleises bei freier Schallausbreitung.
 
 
Ermittlung des Immissionspegel
 
Immission heißt der am Entwicklungsort einfallende Schall, der durch den Immissionspegel beschrieben wird.. Der an einem Immissionspunkt ermittelte Schalldruckpegel genannt. Er ergibt sich aus dem Emissionspegel unter Berücksichtigung der Schallpegeländerungen auf dem Ausbreitungsweg. Hier kann es zur Schallminderung z.B. durch Entfernungszunahme, Boden und Luft, natürliche Geländeerhebungen sowie künstliche Hindernisse wie Gebäude oder Lärmschutzwände kommen. Es kann aber auch zur Schallpegelerhöhung durch Reflexion an Gebäuden kommen.
 
Die Berechnung der Schallausbreitung erfolgt auf der Grundlage verschiedener Vorschriften und Richtlinien (16.BimSchV) incl. Schienenbonus welcher heute sehr fragwürdig ist.
 
 
Lärmkartierung der Schienenstrecken nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie
 
Diese Lärmkartierung unserer Eisenbahnstrecke ist schon lange überfällig und soll laut dem Eisenbahnbundesamt im Frühjahr 2008 veröffentlicht werden.
 
Hier wird nach der Berechnungsmethode VBUSch Stand Mai 2006 der Umgebungslärm ermittelt. Einen Schienenbonus gibt es hier nicht. Die VBUSch ist angelehnt an die Schall03, jedoch wurde sie an die Erfordernisse der Anhänge I und II der Richtlinie 2002/49/EG angepasst.
 
Die EU-Umgebungslärmrichtlinie ist ausschließlich auf den Mittelungspegel abzustellen.
 
 
Der Mittelungspegel
 
Der Mittelungspegel ist ein Einzahlkennwert für den Schalldruckpegel bei zeitlich veränderlichen Pegeln. Dieser Mittelungspegel ist ein zeitlicher Mittelwert über die betrachtete Einwirkzeit und wird auch als äquivalenter Dauerschallpegel bezeichnet. Dabei wird die Schallenergie, die durch die Geräusche freigesetzt wird, gleichmäßig über den gesamten Beurteilungszeitraum verteilt. In der Mittelung gehen sowohl die Dauer des Geräusches als auch die Stärke des Geräusches ein.
 
Es wird deutlich, dass kurze, laute Ereignisse (Pegelspitzen) durch dieses Verfahren nicht einfach weggemittelt werden, sondern durch die Mittelung durchaus Berücksichtigung finden.